Einleitung von mir (Stephie): Die liebe Lotta hat exklusive für die movenyo-Onlinestudio-Nutzer*innen Ihre wundervolle Serie „21 Tage Yoga“ zur Verfügung gestellt, mit der sie sich wirklich selbst übertroffen hat. Alles, was du über Yoga wissen „musst“, findest du hier verpackt in täglichen „Yoga-Häppchen“ à 45 Minuten mit unterschiedlichen Schwerpunkt-Themen. 

Basis ist Patanjalis (rund 400 Jahre vor Christus) achtgliedriger Pfad. Ein Leitfaden fürs Leben, der immer noch brandaktuell ist :). Eine Art Hilfsprogramm zur Überwindung der Lebens-Hindernisse. Also die großen und kleinen Dinge, mit denen wir uns auch manchmal selbst im Wege stehen, die unseren Geist aus der Ruhe und Leid in unser Leben bringen. 

Aus yogischer Sicht gibt es eine magische Verbindung zwischen dem menschlichen Leben, der Welt und dem Universum. Yoga hilft uns, den Blick zu schärfen (die „Linse zu putzen“, die uns den Blick auf das Wahrhaftige erschwert oder unmöglich macht). 

Die acht Glieder besteht aus einer Reihe konkreter, praktischer und auch heute noch sehr lebensnaher Vorgehens- und Verhaltensweisen. Sie bedingen einander, bauen aufeinander auf, ergänzen sich und bilden eine Einheit.

Du kannst das Ganze als „Paket“ nutzen und wirklich Tag für Tag die jeweilige Praxis üben. Oder du suchst dir einfach das heraus, was du heute brauchst.

Ich bin ein riesengroßer Fan der Yoga-Philosophie, denn Yoga beginnt und endet nicht auf der Matte. Darum freue ich mich mega über diese Serie und die Möglichkeit für euch, sie zu nutzen! 

Lies gern vorab noch Lottas ausführliche Infos unter den Videos. 

Ganz viel Spaß!

Yoga – kenn ich. Wirklich?

Die meisten von uns scheinen zu wissen, was Yoga ist. Man rollt die Matte aus, atmet tief durch und macht funky Verrenkungen.

Doch dieses Verständnis ist pure Verschwendung des Yogas. Um die ganze Bandbreite zu verstehen, bräuchte es viele Posts, viele Monate bis Jahre. Auch ich weiß nur einen Bruchteil, auch ich bin noch eine Anfängerin. Und auch dies ist Yoga, sich immer wieder leer machen, an nichts anhaften, auch nicht an Wissen und Erfahrungen.

Ein großes Element des Yoga ist das Yoga Sutra von Patanjali und darin beschreibt er den 8-gliedrigen Pfad des Yoga:

  1. Yamas – Verhaltenskodex für die Umwelt, läutert die Organe des Handels, schenkt emotionale Stabilität
  2. Niyamas – Verhaltenskodex für dich Selbst., reinigt die Wahrnehmungssinne, schafft Resilienz
  3. Asanas – Körperhaltungen, reinigt und stärkt den Körper
  4. Pranayama – Kontrolle des Atems, reguliert die Energie, den energetischen Körper, beendet Energieverschwendung und sorgt für Ausdauer
  5. Pratyahara – Rückzug der Sinne zum Inneren, Entwicklung des Willen, frei vom Diktat der Sinne.
  6. Dharana –  Konzentration, entwickelt und schärft die Intelligenz (die innere Intelligenz, Intuition), der Weg nach innen, innere Reichtümer ansammeln, gerichtete Konzentration
  7. Dhyana –  Meditation, ungerichtete Aufmerksamkeit, der Weg ins Innerste zur Seele
  8. Samadhi – Erleuchtung, Einheitserfahrung, vollkommende Erkenntnis.

Diese Stufen sollen sowohl nacheinander als auch nebeneinander praktiziert werden. Man durchläuft sich immer wieder und wieder, taucht tiefer und tiefer.

Diese 8 Stufen decken alle Lebensbereiche ab. Ich als Individuum in der Gesellschaft, meine eigene Selbstfürsorge, das Erkennen meiner Selbst und der Verbundenheit mit allem. So hilft mir Yoga mich um mich selbst zu kümmern, mich zu erkennen, aber in der Verbundenheit mit meiner Umwelt.

Dieser Pfad wird uns auch durch die 21 Tage durch den Yoga Kosmos leiten. Wir beginnen am Dienstag, du kannst noch mit dabei sein. Alle Infos findest du auf meiner Webseite, Link in Bio.

Das Ziel des Yoga ist eines Zustand von Samadhi zu erlangen. Vollkommene Versunkenheit. Kein Ich-Bewusstsein mehr zu haben. Das Auflösen von Grenzen, eine vollkommende Verbundenheit. Vielleicht auch nur für einen kleinen Moment. Der mit der Zeit länger und länger wird.

Durch verschiedene Übungen und vollkommene Konzentration können wir diesen Zustand erreichen.

Dafür gibt es 7 Stufen, vom Äußeren zum Inneren. Sie sind unmittelbar miteinander verbunden. Zwar bauen sie aufeinander auf, können aber auch nebeneinander praktiziert werden.

So sollen erst die Yamas  und Niyamas praktiziert werden bevor mit den Asanas fortgefahren wird, erst wenn die Asanas beherrscht werden soll mit Pranayama begonnen werden. In diesen ersten 4 Stufen kann man Pratyahara praktizieren. Dies wird mit Dharana, eine gebündelte, ausgerichtete Konzentration getan. Wenn aus der ausgerichteten Konzentration ungerichtete Aufmerksamkeit wird, wir Dharana zu Dhyana. Das Ich verschwindet, Subjekt und Objekt vereint sich, Samadhi wird erreicht.

Patanjali unterscheidet dann nochmal in weitere Samadi Zustände. Sodass der Sadhaka (Schüler/Übende) immer tiefer und tiefer gehen und Meisterschaft erlangen kann. Bis sich jedes Anhaften gelöst hat, man nur noch eins ist. Ob wir wirklich dieses Ziel erlangen wollen ist eine andere Frage. Aber kleine Momente des Samadhi lassen sich durch intensive und regelmäßige Praxis erlangen und schenken ein Gefühl der Glückseligkeit (Ananda). Dies zu erleben ist (für mich) Geschenk genug. Gleichzeitig hafte ich aber auch ganz gerne noch an 😉 Wir streben nach Balance. Die Balance des Anhaftens und Loslösen, des im Ich-verhafteten und des Ego-losen. Ein Auflösen der Dualität.

Nur ein kleiner Teil des Yoga Sutras von Patanjali beschäftigt sich überhaupt mit der äußeren Sadhana (erste 5 Stufen). Ein Großteil widmet sich dem Dreiklang aus Dharana, Dhyana und Samadhi –  Samyama. Es wird beschrieben wie ein Yogi mit fortschreitender Praxis mehr und mehr erkennt. Immer weniger anhaftet an Erinnerungen von Schmerz, Leid und Freude. Das Ziel ist es irgendwann nicht mehr zwischen den Zuständen zu wechseln, sondern einen steten Fluss der Gedankenlosigkeit zu haben. Ein ungestörter Strom der Stille entsteht. Praktiziert der Yogi irgendwann weiter und weiter erlangt er allumfassendes Wissen, versteht alle Worte und alle Mitmenschen. Im fortgeschrittenen Samyama tranzendiert der Yogi und wird unsichtbar ( III 21). Er erlangt die Stärke eines Elefanten oder anderer mächtiger Wesen (III 25). Ihm werden feine, verborgene und ferne Dinge offenbar (III 26), er wird zum All-Erkennenden.